|

Web
Technology:
Kanzlei-Websites mit Datenbanken
Die Anwaltssuche
||| Oliver Weiss
& Tom Henne
Auf ihrer Website verwaltet die Sozietät Hasche Eschenlohr Peltzer Riesenkampff Fischötter ihre Anwälte per Datenbank. Wir stellen das Projekt genauer vor. |
 |
| Law
Firm Web Sites with Databases: This article describes the
communication model for the web site we built for one of Germany's top-notch law
firms. We graphically designed the site, and implemented a searchable member
database. |
| I |
 |
m Sommer 1999 ging die von Oliver Weiss Design realisierte Website der Sozietät Hasche Eschenlohr Peltzer Riesenkampff Fischötter (heute: CMS Hasche Sigle),
eine der größten wirtschaftsberatenden Anwaltssozietäten, online.Um den Inhalt möglichst robust und den Aufwand der Pflege niedrig zu halten, werden alle Anwälte in einer Datenbank verwaltet, die auf dem Serverrechner installiert ist (die Kanzlei verwaltet die Site auf ihrem eigenen Server).
Nach der Abfrage einer speziell auf das Projekt zugeschnittenen Suchmaschine werden dynamische HTML-Seiten mit Datenbankinhalten ausgegeben.
„Dynamische" Seiten sind im Unterschied zu „statischen" Seiten sogenannte „Template"-Seiten, also Mustervorlagen von HTML-Seiten, die aus einem immer gleichbleibenden Teil und einem variablen Teil bestehen, dessen Inhalt aus der Datenbank gezogen und so dargestellt wird, wie es die Template vorschreibt (Layout, Ausrichtung, Formatierung usw.).
Sowohl
bei der Suchmaschine auf der „Suche"-Seite als auch bei der Anzeige der Anwälte auf den Standortseiten wird auf die Datenbank zugegriffen.
Der Vorteil einer Datenbank liegt auf der Hand: Änderungen bei den Anwälten werden nur ein einziges Mal direkt in der Datenbank vorgenommen – und die entsprechend generierten HTML-Seiten ziehen dann die jeweils neue Information heraus. Der relativ hohe Aufwand der Entwicklung einer solchen Sache amortisiert sich bei einer größeren Kanzlei schnell.
Realisiert hat Tom Henne diese Anwalts-Suchmaschine, da die Website auf einem Windows-NT-Server laufen sollte, mit einer
Microsoft-Access-Datenbank, die die Anwaltsdaten sowie die Synonym- und Homonym-Entsprechungen der Tätigkeitsgebiete in mehreren Tabellen verwaltet. Sie ist über „ODBC" („Open Database Connectivity") an den Web-Applikationsserver
Microsoft ASP („Active Server Pages") angebunden.
Die eingegebene Suchabfrage wird dabei den entsprechenden Inhalten der Datenbank zugeordnet und in Form von speziell auf die Abfrage zugeschnittenen HTML-Seiten anzeigt. Die ASP-Programmierung erfolgt mit Hilfe von Microsofts Internet-Entwicklungsumgebung Visual InterDev. Ein ASP-fähiger Applikationsserver wird zusammen mit dem Microsoft Internet Information Server
ausgeliefert.
| Die von Oliver Weiss Design realisierte Website der Sozietät
Hasche Eschenlohr Peltzer Riesenkampff Fischötter informiert über Standorte, Schwerpunkte und Anwälte. Wir bemühten uns um ein informatives Angebot in einem schönen und dem Stellenwert der Kanzlei entsprechenden „Stand-alone"-Design. Für die Verwaltung der Anwälte programmierte Tom Henne eine intelligente datenbankbasierte Recherchiermöglichkeit, die in
die Website integriert wurde. |
Mit dem Suchformular können die Anwälte nach verschiedenen Kriterien wie Name, Standort, Tätigkeit oder Sprachkenntnis durchsucht werden. Die angezeigte Ergebnisseite zieht ihre Information aus der Datenbank im Hintergrund. Recherchiert werden kann nach dem Namen (per Eingabeformular, auch Namensteile werden zugelassen), nach Standort (Drop-Down-Menü), nach Tätigkeitsgebieten (Formular und Menü) sowie nach Sprachkenntnissen (Menü).
Alle Suchfelder können übrigens auch miteinander kombiniert werden. So kann man also z.B. nach einem Anwalt suchen, der „Meier, Mayer, Meyer, Mayr oder Mair" oder so heißt (kann im Suchformular angegeben werden als „m*r" – dabei würden aber auch die Herrschaften Müller, Mitterhammer und Murr gefunden), in München sitzt, Arbeitsrecht macht und
französisch spricht.
           |
Das intelligente Kommunikationsmodell:
Der Interessent sucht einen Anwalt; seine Anfrage wird an den Internet Information Server geschickt, der sie für die Datenbankabfrage mit ASP („Active Server Pages") aufbereitet. Die Access-Datenbank enthält die Anwaltsdaten in mehreren Tabellen.
Für Design und Verwaltung der statischen Seiten verwendeten wir Frontpage, für die dynamischen Visual
InterDev. Für die Anbindung des Feedback-Formulars und die Abonnierung des „Newsletter Brüssel" integrierten wir die Frontpage Server Extensions auf dem kanzleiinternen NT-Server. |
 |
Soweit, so schlecht. Denn man kann sich vorstellen, daß gerade bei etwas ausgefeilteren Suchabfragen als Ergebnis angezeigt wird: „Leider keinen Eintrag gefunden; bitte versuchen Sie es mit einer weniger spezifischen Suche."
Wir wollten daher etwas Intelligenz einbauen: V.a. bei erfolglosen Abfragen sollte auf weiterführende Suchabfragen verwiesen werden. Sucht man jetzt einen holländisch sprechenden Anwalt in Frankfurt und findet keinen, wird zusätzlich zu „leider nichts gefunden" sinngemäß der Satz hinzugefügt: „Aber wir haben da einen in Brüssel, der holländisch kann.
Klicken Sie mal hier, dann wird Ihnen dieses Suchergebnis angezeigt!"
Sowas ähnliches bauten wir auch für die Suche nach Tätigkeitsgebieten ein: Bei der Eingabe von „aktie*" im Formular oder der Auswahl von „Aktienrecht" im Drop-Down-Menü werden auch solche Gebiete abgegrast, die synonym oder homonym zu Aktienrecht sind, also irgendwie in derselben Richtung liegen. Angezeigt wird die Meldung „Gesucht wird auch nach
Gesellschaftsrecht, Konzernrecht, Recht der Unternehmenskooperation, Wirtschaftsrecht".
[2000]

Tom Henne ist Informatiker und Internet-Experte in München. Zu seinen Spezialitäten zählen Datenbanken . Mit Tom Henne zusammen wurde die recherchierbare Anwalts-Datenbank in Access für die Sozietäts-Website Hasche
Eschenlohr Peltzer Riesenkampff Fischötter in ASP (Active Server Pages) realisiert, die in diesem Beitrag beschrieben wird.
|