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Art:
Interview with Münchner Merkur
Wiesn-Gefühl
fürs
Sammler-Regal
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Interview: Bettina Link
Der gebürtige Münchner
Oliver Weiss arbeitet freiberuflich als Designer und Illustrator. Im
Wettbewerb zur Gestaltung des Oktoberfest-Plakats 2008 der Stadt
München hat er den ersten Preis gewonnen und sich gegen 20 andere
Entwürfe von zehn weiteren Teilnehmern durchgesetzt. Am 28. August 2008 stellte die
Stadt den Wiesn-Krug, den ebenfalls Weiss’ Motiv ziert, offiziell vor. |
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Oktoberfest Flair for Beer Stein Collectors:
Oliver has won the 2008 Oktoberfest poster contest on behalf
of the city of Munich. The artwork is also uses for the
official one liter beer stein, a collectors' item since 1978. Munich's local
newspaper, Münchner Merkur, has talked with Oliver about his design. |
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H |
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err Weiss, Sie haben den
Wettbewerb um das Wiesn-Plakat gewonnen. Nun ziert ihr Motiv auch den
Wiesn-Krug. Was ist das für ein Gefühl als gebürtiger Münchner?
Oliver Weiss:
Also das ist schon eine tolle Sache, die mich wahnsinnig freut. Ich habe
ja die meiste Zeit meines Lebens in München verbracht, und da ist es natürlich
wirklich schön, bei etwas mitmachen zu dürfen, das derart eng mit meiner
Heimatstadt verbunden ist wie das Oktoberfest.
Besonders freut mich, wenn sich die Leute T-Shirts, Tassen oder eben auch den
Maßkrug mit meinem Motiv kaufen, das ich mir in meinem kleinen Zimmerl in der
Hoffnung ausgedacht habe, daß es anderen gefallen würde.
Schon seit 1952 gibt es jedes Jahr ein offizielles Wiesn-Plakat. War es
schwer, ein neues Motiv zu kreieren?
Ich hatte ehrlich gesagt gar nicht großartig Zeit, mir die bisherigen
Motive genau anzuschauen, sondern habe mir die einfache Frage gestellt, was
denn "die Welt da draußen" wohl von so einem Plakat erwartet würde. Es muß -
auch für Ausländer - auf den ersten Blick "Oktoberfest" signalisieren, alle
Information muß gut leserlich sein und es soll eine freudige Stimmung
vermitteln. Für die Motive war relativ schnell klar, daß hier eigentlich nur
so "übliche Verdächtige" wie Bier, Brezn, Riesenrad, Achtenbahn usw. in Frage
kommen. Für die illustrative
Umsetzung wollte ich unbedingt ein Pop-Art-Design entwickeln, also etwas
Einfaches, Skizzenhaftes, Fröhliches, Buntes, Plakatives und Modernes, etwas
das ins Auge sticht.
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PDF

Das von Oliver
Weiss kreierte Motiv ziert zahlreiche Merchandising-Produkte >mehr
Von der Idee
zur Umsetzung
Gab es irgendwelche Vorgaben von
Seiten des Tourismusamts?
Die Ausschreibungsunterlagen haben natürlich detailliert die technischen
Randbedingungen für das Plakat spezifiziert, von der Größe, der einzubindenden
Texten und Logos bis hin zur Druckvorstufe.
Wichtig war natürlich auch, daß
das Motiv in verschiedenen Größen funktioniert, also vom Poster bis hin zur
Anstecknadel. Inhaltlich und gestalterisch jedoch hatten wir jedoch völlig
freie Hand. Wichtig war den Veranstaltern, daß das positive Lebensgefühl der
Wiesn rüberkommt.
| „Ich
habe von den ersten Ideen bis hin zu den druckfertigen Dateien tief in der Nacht
alles an einen Tag gemacht.“ |
Wie lange hat die Idee bis zur
Verwirklichung gebraucht?
Ich hatte mir ursprünglich vorgenommen gehabt, noch vor Weihnachten ein
paar erste Fassungen beisammen zu haben, die ich dann bis zur Deadline Ende
Januar mehrfach überarbeiten kann. Aber dann kam halt doch wieder mal alles
ganz anders, da ich mit all meinen laufenden Projekten überhaupt nicht dazu
kam. Kurz vor dem Abgabetermin habe ich
mir dann einen Samstag freigeräumt und mich in der Früh hingesetzt und von den
ersten Ideen bis hin zu den druckfertigen Dateien tief in der Nacht alles an
diesem einen Tag gemacht, einfach weil es gar nicht anders ging. In der Woche
darauf hatte ich das dann an die Druckerei gemailt und die fertigen Poster
dann am Abgabetermin persönlich nach München gebracht.
Gratwanderung
zwischen Tradition und Moderne
Hatten Sie Zweifel, ob das
moderne Design überhaupt zur traditionellen Wiesn passt?
Ja, schon. Das ist halt immer so eine Gratwanderung: Denn einerseits ist
das Oktoberfest ja das älteste Bierfest der Welt und mit traditionellen
Assoziationen wie Tracht oder Bier verbunden. Aber auf der anderen Seite geht
es ja schon auch darum, zu kommunizieren, daß dieser Event nichst fürs Museum
oder für alte Leute mit Rauschebärten ist, sondern durchaus in die heutige
Zeit paßt. Die Herausforderung bestand also in einem Brückenschlag zwischen
Tradition und Moderne.
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Der neue Wiesnkrug mit Oliver Weiss' Postermotiv. |
Musste an dem Entwurf für den Krug noch etwas verändert werden?
Nein, das wurde eins zu eins übernommen. Für den vom Hintergrund
freigestellten Einsatz - z.B. bei den T-Shirts - habe ich allerdings den
blauen Streifen so zurechtgestutzt, daß er nicht mehr über den Rand hinausgeht
und sich optisch besser zwischen die anderen vier Farbflächen einfügt.
Bei der Oktoberfest-Tasse habe ich die
Einzelelemente des Plakats über die gesamte bedruckbare Fläche neu arrangiert,
in der Größe verändert und neue Elemente wie die schmalen Farbbalken
eingefügt. Gehen Sie gern
auf die Wiesn?
Ja sicher. Am interessantesten finde ich die riesigen Bierzelte und
natürlich diese unerschrockenen Achterbahnfahrer. Aber bitte nur zum
Zuschauen!
[2008] |