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Technology:
"Push"-Dienste
Suchen
und Finden
im Netz
||| Oliver Weiss
Wer
das Internet kennt, kennt neben seinem überwältigenden
Informationsangebot und all den tollen Geschichten wie Internet
Phoning oder Chatting auch die Mühsal, an genau die Information
heranzukommen, die man sucht. Die neuen "Push"-Dienste verkünden
eine Revolution. |
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| Article
on Push Services: "Push" will change the Internet for
years to come. |
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oderne Suchmaschinen können
erstaunlich viel, und das mit großer Geschwindigkeit, aber ganz gleich, ob
sie nun mit intelligenten KI-Methoden arbeiten oder jedes einzelne
Internet-Dokument aus dem Netz fischen, in dem die gesuchten Begriffe
vorkommen: Suchen muß man immer noch selbst. Daran wird sich auch mit der nächsten
Generation der Suchmaschinen nicht viel ändern.
"The Net
is not a digital library," schreibt Clifford Lynch im Scientific
American. Aber das Internet benötigt Suchmaschinen, die ähnlich wie
Bibliothekare funktionieren, nämlich organisieren, finden und archivieren:
Leistungen, die heutige Suchsoftware noch nicht so recht leisten kann.
Die
meisten auf eine boolesche Abfrage hin gefundenen Seiten sind eben einfach
irrelevant. (Das hat natürlich auch Vorteile, denn ähnlich wie in einer
Referenzbibliothek findet man die gewünschte Information häufig genau neben
der eigentlich gesuchten Informationsquelle.)
Suchmaschinen
indizieren alle Internet-Seiten, die mit anderen Internet-Seiten vernetzt
sind. Diese Indizierung erfolgt bei den einzelnen Suchmaschinen auf
unterschiedliche Weise. AltaVista z.B. indiziert die ersten 250 Worte auf
einer Seite (auch verborgene Worte wie etwa Keywords, die die Seite
beschreiben), während Excite mit Künstliche-Intelligenz-Methoden arbeitet.
Hohe
Ziele
Die Ergebnisse sind jedoch meist ernüchternd: Wo ein Mensch solche
Kategorien wie Thema oder Genre eines Informationsangebots sofort erkennt, ist
ein Computerprogramm, auch wenn es noch so schlau ist, hoffnungslos überfordert.
Und was nicht ausgerechnet Text ist, wird bisher meist sowieso nicht gefunden.
Daß sich die Webseiten laufend ändern, macht das Suchen und Finden auch
nicht gerade einfacher.
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Was
nicht ausgerechnet Text ist, wird bisher meist sowieso nicht gefunden.
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Die Forschung
ist sich dieses Problems natürlich seit langem bewußt und arbeitet an
Abhilfe. Ein Ansatz ist die standardisierte Klassifizierung einer Seite unter
Zuhilfenahme von "Metadata" wie Autor, Herstellungsdatum, Textlänge
odet Thema, die an die Dateien gehängt werden. Damit soll die relativ stupide
automatische Sammlung von Wörtern durch von Menschen generierte
intelligentere Zusätze erweitert werden.
An der Universität von Colorado wird derzeit an einem Programm gearbeitet,
mit dem man eine selbst indizierte Seite dynamisch verwalten kann: Die
Indizierung wird bei jeder Änderung der Seite aktualisiert und an die
Suchmaschinen geschickt.
Neben der größeren Aktualität des Internet-Angebots kann somit also genau
nach denjenigen Begriffen gesucht werden, die die Seite besser beschreiben,
als automatische Indizieren dies könnten. Weiterhin könnten damit auch
bestimmte Inhalte auf der Seite von der Indizierung ausgeschlossen werden, was
angesichts der kommerziellen Entwicklung des Internets, Informationen nicht
mehr allesamt kostenlos zur Verfügung zu stellen, sondern damit Geld zu
machen, wichtig werden wird.
TV
wird Teil des Webs
Eine andere konsequente Entwicklung aus dem Suchdilemma ist das sogenannte
"Webcasting". Anstatt auf der Suche nach einer bestimmten
Information stundenlang im Netz zu surfen, abonniert man einfach einen oder
mehrere "News-Channels", die ohne Unterbrechung genau die Meldungen
liefern, die man wünscht. Wann immer man also in den Rechner schaut, ist man
up-to-date, ohne selbst zu suchen.
Manche
Anbieter verwenden dabei die "Push"-Technologie, die abonnierte
Informationen nach Hause liefert –im Unterschied zur herkömmlichen "Pull"-Technik
des Surfens. Andere Anbieter bieten das "Pull"-Modell an, bei dem
die abonnierten Infos erst mit einem Programm auf dem heimischen Rechner
geholt werden müssen. Unter dem Strich bleibt sich das gleich:
"Automatic delivery of customized Internet content to your computer"
(PC-Magazine, www.pcmag.com).
Obwohl es
seit längerem solche News-Channels gibt, ist der Begriff "Push"
erst in aller Munde, seit er von der Zeitschrift "Wired" unter dem
drastischen Titel "Kiss your browser goodbye" 1997 zum Thema gemacht
wurde.
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Der Begriff
"Push" ist erst in aller Munde, seit er von der Zeitschrift "Wired" zum Thema gemacht
wurde.
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Es gibt
Dutzende von Anbietern wie PointCast oder Marimba, die sich hier ihre Chance
versprechen. Auch viele Medienunternehmen experimentieren seit kurzem mit
Push-Applikatonen, darunter ABC News, CNN Interactive, HotWired und InfoSeek.
Netscape stellte neulich den Netscape Netcaster vor, eine neue Komponente des
Netscape Communicators; Konkurrent Microsoft steht dem in seinem Internet
Explorer 4.0 nicht nach.
Der Euphorie
der Anbieter steht die Skepsis vieler Netsurfer entgegen. Das sei doch wie
Fernsehen, schimpfen die Kritiker. Und in der Tat: Wie in TV oder Radio werden
Informationen gegen Gebühr bzw. von Werbung finanziert geliefert. Damit wird
allen voran den Interessen der Werbeindustrie entsprochen, die sich zunehmend
unzufrieden zeigt mit herkömmlichen Banner-Werbung im Netz.
Man braucht
kein Prophet zu sein, um zu sehen, daß mit zunehmender Multimedialität des
Internets und steigenden Übertragungsgeschwindigkeiten zukünftig auch Filme
wie z.B. Werbespots Einzug halten werden. Aber halt, Einzug worin? Denn auch
das heutige Fernsehen wird sich in Richtung "Push" verändern: Die
Medien werden zusammenwachsen: Das TV wird ein Teil des Webs.
[1998]
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