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Web
Design:
Webdesign für Rechtsanwälte
In der Welt
zuhause
||| Oliver Weiss
Selbermachen oder in Auftrag geben? Webdesign ist mehr als HTML und bewegte Grafiken. Es geht um nicht weniger als das Corporate Design Ihrer Kanzlei. |
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Design for Lawyers: All set to building up your
law firm web site? If you really mean it, you want to consider contracting a designer pro to give you a helping hand in designing the best site around. |
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Aus:
NJW-CoR Computerreport, Supplement der Neuen Juristischen Wochenschrift (C.H.
Beck Verlag, November 1997).
>DOWNLOAD
PDF |
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>MARKETING-PREIS: Die Website gewann den
Anwalt-Marketing-Preis 1999 als beste Kanzlei-Website Deutschlands.
>WEBSITE-ENTWICKLUNG: Website-Projekte
für Kanzleien und Verlage.
>CONTENT MANAGEMENT: Content-Management-Systeme
für Websites.
>CORPORATE DESIGN: Corporate Identity für
Websites.
>WEBDESIGN: Die Design-Strategie – Internet-Präsentation für Unternehmen.
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y and large lawyers have come to realize that a law firm web site is essential to the firm's professional
appearance. So far so good. But the sites eventually put on the screen as the firm's online
representation, are usually a far cry from professionality, and frequently little less than
hilarious. According to these questionable self-promotions, the impact the Internet affords us all is a phenomenon not yet fully grasped by law
firms. The bitter truth is it's a do-or-die business – if you can't do it,
don't.
Building a web site is a tradeoff between content, structure,
quality, and speed. Until most recently, the overall "look" of web sites has been no point of
discussion. Today, however, web designers see that despite the limited resources that HTML
offers, for a web site to be realized, a great deal of emphasis will have to be put on its graphic design and software implementation in order to stand out among the
rest. To be sure, web design is a profession in its own
right, requiring both graphic design skills, plus a knowledge of the computer and the web. To level your site among the top-notch
worldwide, you want to consider contracting a designer pro. |
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ie eigene Website hat
längst ihren Freak-Charakter verloren. Auch deutsche Juristen haben mittlerweile
eingesehen, daß eine gutgemachte Online-Präsenz weder unseriös noch
geschäftsschädigend ist; im Gegenteil: sie ist zu einem Muß avanciert.
Hier wird beschrieben,
worauf es beim Aufbau der eigenen (auch Ein-
Personen-)Firmen-Präsenz ankommt, was man tun sollte und was nicht, und welche
Hilfsmittel man einsetzen kann.

Zugleich gutgemachte,
ansprechende und nutzbringende Websites kann man weltweit an ein paar Händen
abzählen. Gutgemacht sind sie, wenn sie übersichtlich, intuitiv und einfach zu
navigieren sind. Ansprechend sind sie, wenn sie den User durch die „richtige
Anmutung“ für sich gewinnen, wenn also Inhalt und Design aufeinander abgestimmt
sind und dem Image entsprechen, das der Anbieter von sich geben möchte.
Nutzen schließlich
bringen sie durch Information und Aktualität. Ein professioneller Webauftritt
sollte so gut sein wie möglich und alle drei Eigenschaften in sich vereinen.

Soweit der Anspruch; die Internet-Realität hingegen ist ernüchternd: Die Online-Präsenz der meisten Firmen hat offensichtlich nicht ansatzweise den Stellenwert von
Printprodukten. Während jeder Firmenchef Broschüren oder Briefpapier persönlich abnimmt, wird die eigene Website mal schnell einem Praktikanten im Hause anvertraut, der „so
Computerzeugs kann“.
Entsprechend die Ergebnisse, die kaum zu handhaben sind (verwirrende Struktur), unlesbar (schwarze Schrift auf buntem Hintergrund), häßlich (geklaute Bilder, Comicschriften) oder unfreiwillig komisch (verzerrte Bilder, Beethovenklänge) – oder auch alles auf einmal.
Das Medium Internet wird mit Computerfreaks in Verbindung gebracht, die natürlich, wie man weiß, allemal durch technische Spielereien, keinesfalls aber durch strukturelles Design zu beindrucken
sind. Man folgt dem „Ruf ins Internet“ eigentlich nur, weil eine Webpräsenz
„erwartet“ wird:
Ein Schnellschuß, der
gewaltig nach hinten losgehen kann, wenn man sich mit seiner schlechtgemachten
Website weltweit blamiert. Wer weder über die nötigen Ressourcen verfügt, noch
bereit ist, sich den nötigen Sachverstand („das bißchen Design!“) anzueignen,
sollte sich ernsthaft überlegen, ob er zum gegenwärtigen Zeitpunkt wirklich ins
Netz will.
Wir wollen Sie nicht zum Web-Experten ausbilden, sondern ein Grundverständnis von Anspruch, Funktionsweise und Wirkung einer kommerziellen Internet-Präsentation vermitteln. Allgemeingültige Regeln gibt es nur wenige: Geschmack ist nunmal Geschmack. Allein: schlechter eben auch ;-)
Warum eigentlich ins Internet? Diese Frage muß als erste beantwortet werden. Selbstdarstellung allein darf kein Motiv sein. Informationsvermittlung und Eigenwerbung hingegen schon – so gut und professionell wie eben möglich. Eine Website kann nur dann von Erfolg gekrönt sein, wenn definiert wird, worin dieser Erfolg
bestehen sollte (professioneller und moderner Anstrich, neue Mandanten) und folgende Schritte beachtet werden:
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Weisen Sie Internet-Kompetenz in-house zu (jemand muß sich verantwortlich fühlen).
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Lassen Sie sich Ihre Vorstellungen durch Internet-Profis (Internet-Provider und Designer: Gelben Seiten und im Internet) gemäß Ihrer „Corporate Identity“ und dem „Corporate Design“ in folgender Reihenfolge realisieren: Reservierung Ihres Domainnamens
(www.meine-kanzlei.com), Bereitstellung von
Speicherplatz durch den Provider, Einholung von Designangeboten, inhaltliche und gestalterische Konzeption, Website-Entwurf mit Layout, technische Umsetzung (HTML, Programmierung), Abnahme und Online-Stellung.
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Lassen Sie die fertige Website durch einen Experten betreuen; Inhalte sollten von Ihrer Kanzlei selbst oder einem externen Beauftragten aktualisiert werden.
So wie die Internetdarstellung dem Corporate Design folgen muß (Logos, Schriften, Farben, Anmutung), muß umgekehrt auch die Firmenidentität ans neue Medium adaptiert werden. So kann z.B. helle Schrift auf dunklem Grund in Ihrer Kanzleibroschüre klasse aussehen, aber im Internet kaum zu lesen sein.
Macht man seine Website selbst oder gibt man sie außer Haus? Unser Ratschlag: Besser keine Website als eine schlechte. Behandeln Sie Ihren Webauftritt genauso ernst wie Ihre Kanzleibroschüre – geben Sie die Umsetzung Ihrer Ideen in fremde Hände. Das muß nicht teuer sein: Ab etwa 750
Euro (max. 10 Stunden) sollten Sie für Ihre Ein-Mann-Kleinkanzlei eine (allerdings extrem einfache)
Basis-Website in Auftrag geben können. Etwas größere Kanzleien sollten mit mindestens
2.500 bis 5.000 Euro für ein mittleres Arbeitsvolumen rechnen; eine Großkanzlei muß für ihre professionelle Website ein Volumen zwischen
25.000 und 50.000 Mark veranschlagen.
Suchen Sie nach einem Partner, der die Computer- und Grafikwelt kennt. Solange Sie keine außergewöhnlichen Ansprüche stellen, hat Ihre Website nichts mit Programmierung zu tun. Für die meisten Anforderungen, etwa eine recherchierbare Literatur-Datenbank oder
Password-Vergabe, gibt es fertige Produkte für wenig Geld zu kaufen. Und die
E-Mail-Anbindung per Formular wird durch vom Provider bereitgestellte „CGI“-Programme („Common Gateway Interface“) realisiert.
Wer sich keinen Webdesigner leisten möchte, sollte sich auf elementare Gestaltungsmittel beschränken: weniger ist viel mehr. Also: weißer Hintergrund, einfache Schriften, klare Struktur. Gehen Sie ausgesprochen vorsichtig vor, wenn Sie selbst Hand anlegen: Ein Computer mit 16,7 Millionen Farben und 300 Schriften verführt leicht dazu,
genausoviele Farben und Schriften auch zu verwenden, anstatt sich auf ein paar wenige zu beschränken.
Internet-Seiten werden in der Seitenbeschreibungssprache HTML („Hypertext Markup Language“) geschrieben, die von Betrachtungsprogrammen, den „Browsern“, „interpretiert“ wird – im Menü ANSICHT > SOURCE sehen Sie den Code einer Seite (hier kann man auch viel lernen).

Diese Tabelle mit Text und Bild, die ohne den gestrichelten Rahmen im Browserfenster angezeigt wird, wurde mit dem HTML-Code unten erzeugt. Jeder „Tag"
(Codeword) beginnt mit <...> und endet mit </...>. Eine solche Kodierung per Hand wird einem mit guten HTML-Editoren weitgehend abgenommen.

HTML ist keine Programmiersprache mit Wenn-Dann-Beziehungen und Modulen, sondern eine Kodierungssprache. Die genaue Darstellung einer HTML-Seite hängt auch von der Monitorgröße und -auflösung ab. Das wesentliche Feature ist neben der Plattformunabhängigkeit die Möglichkeit, Seiten durch Querverweise („Links“) miteinander zu verbinden. Ohne mit einem Textverarbeitungssystem händisch kodieren zu müssen, kommt man heute mit mehr oder weniger guten Programmen aus („HTML-Editoren“, siehe Marktübersicht im PDF-File), die einem die Mühe ein Stück weit abnehmen, auch wenn der Code oft redundant und schlecht ist – das kostet Zeit beim Downloaden.
Gestalterisch bietet HTML nicht viel Raum für Layoutfantasien; die Kunst besteht eher darin, aus wenig viel zu machen: mit (ineinandergeschachtelten) Tabellen zum Beispiel. Überdies können Internet-Seiten nur in solchen Schriften angezeigt werden, die auf dem Anwenderrechner installiert sind – und noch dazu in nur sechs Größen.
Wer für seine Website nicht mit großen Datenmengen zu tun hat, benötigt übrigens nicht gleich eine Anbindung zu z.B. Access oder FileMaker Pro; Informationen zu Datenbanken finden
Sie hier.
Bevor Sie Ihre Website in Auftrag geben oder
selbermachen, müssen Sie eine Vorstellung davon entwickeln, was Sie anbieten wollen. Anstatt sich gleich an den Computer zu setzen, sollte man zunächst Skizzen auf Papier entwickeln (in der deutschen Grafiker-Fachsprache heißt das „Scribbeln“, in Amerika einfach „Sketching“) und sich über Inhalt und Struktur klar werden.
Es geht nicht darum, die Site von
vorne bis hinten auf Jahre hinaus zu fixieren, sondern darum, ein möglichst detailliertes „Pflichtenheft“ für den ersten Wurf zu erstellen. Das fängt an bei der grundsätzlichen Klärung der Inhalte, geht weiter über die Festlegung von Struktur und Hierarchien (am besten mit Flowcharts oder Disneys
Storyboards) und führt schließlich zur Einigung über die grafische Gestaltung.
Anspruchsvolle Layouts setzen oft „Frames“ („Rahmen“) ein; dabei wird das Browserfenster in zwei oder mehrere unabhängige Seiten aufgeteilt. Eine solche Site läßt sich zwar übersichtlich navigieren, baut sich aber leider auch viel langsamer auf; außerdem kann man einzelne Seiten nur schwer „bookmarken“.
Hier eine einfache zweigeteilte Struktur: Im schmalen Rahmen links stehen Rubriknamen wie „Law Firm“, „Staff“, „Map“ und „Links“; im rechten Rahmen werden beim Anklicken mit der Maus die jeweiligen Inhalte angezeigt.
Gute Websites verwenden meist Bilder, Ladezeiten hin oder her, z.B. „Icons“, das sind kleine „Sinnbilder“ oder „Logos“, die auf den Inhalt weiterer Seiten verweisen. Sie müssen unbedingt in Art, Größe und Farbe zusammenpassen; durch Stilvermischung outet sich der Site-Inhaber als Anfänger.
Unterschätzen Sie die Arbeit nicht, die Sie erwartet. Eine umfangreiche Website wie NJW-CoR online etwa nimmt jeden Tag mehrere Stunden inhaltliche und gestalterische Bearbeitung in Anspruch. Übrigens haben Zeitungen allgemein für ihre Online-Ausgabe einen unabhängigen Stab, der weit mehr macht, als die Druckinhalte ins Netz zu stellen: Er
konzipiert,
überwacht, ergänzt und betreut die Site eigenständig und geht dabei inhaltlich wie gestalterisch weit über das Printmedium hinaus.
Und auch eine kleine Kanzlei kann es sich nicht leisten, Ihre Seiten monatelang unberührt zu lassen. „Einmal erstellen und fertig“ geht nicht. Sie muß inhaltlich und angesichts der rasanten Entwicklung der technischen Möglichkeiten auch gestalterisch aktuell sein.
Anders als im Printbereich ist eine Website dann professionell,
wenn sie sich nahezu täglich weiterentwickelt, d.h. wenn sie, ohne dem allerletzten Schrei zu folgen, Inhalt und Design an technischen Neuerungen und User-Responses adaptiert, und wenn sich der Betreiber zur Aufgabe setzt, sie laufend verbessern zu wollen. Verfolgen Sie einmal große Firmen-Websites und ihre Wandlungen über die Monate.
Lassen Sie sich sich bei der Entwicklung und Gestaltung Ihrer Kanzlei-Homepage weniger von Kollegen inspirieren, als vielmehr querbeet von den führenden kommerziellen Sites weltweit. Firmen die Geld für einen starken Internet-Auftritt investieren, planen, ihr Geld irgendwann wiederbekommen – ihre Websites müssen deshalb mit den besten mithalten
können.
Viel Erfolg bei Ihrem Webauftritt!
[1997]
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