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ARTICLES > Dynamische Anwaltssuche

Webdesign: Kanzlei-Website Hasche Eschenlohr Peltzer Riesenkampff Fischötter
Dynamische Anwaltssuche
||| Oliver Weiss

Immer mehr Kanzleien in Deutschland haben mittlerweile ihre eigene Website. Leider hat sich bisher noch zu wenig herumgesprochen, daß eine Website keine Kleinigkeit ist, die man mal eben dem "jungen IT-Kollegen" anvertrauen kann. Wir stellen Ihnen die Website der Kanzlei Hasche Eschenlohr Peltzer Riesenkampff Fischötter vor.
Article on Oliver Weiss' Web Site for Hasche Eschenlohr Lawyers: Find out how it was made.

 

 
AOL CompuServe

AOL CompuServe

Aus:
Computer &mehr (AOL CompuServe,  Oktober 1999), eine von mir gegründete Online-Zeitschrift

>WEBDESIGN: Meine Website für die Großkanzlei Hasche Eschenlohr Peltzer Riesenkampff Fischötter.

>WEBSITE-ENTWICKLUNG: Weitere Website-Projekte für Kanzleien und Verlage.

>CONTENT MANAGEMENT: Content-Management-Systeme für Websites.

>CORPORATE DESIGN: Corporate Identity für Websites.

S

o wie eine ernstzunehmende Kanzlei – außer sie weiß was sie tut – seine Visitenkarten nicht selber gestalten sollte, sollte auch die Website weder von der Sekretärin, noch vom Praktikanten oder Referendar, noch vom IT-Techniker des Hauses realisiert werden. 

Eine professionelle Website erfordert eine Zusammenarbeit mit Profis. Im Zweifelsfall muß man – wie man das für viele anderen Sachen wie auch machen würde – externes Know-how einkaufen. 

Achten sollte man dabei allerdings schon darauf, daß man sich nach der Fertigstellung der Site nicht vollkommen vom Webdesignstudio abgängig macht, sondern die Pflege der Site – d.h. das Einstellen neuer Informationen – entweder selbst machen oder einem Fremdanbieter übertragen kann.

Die Eingangsgrafik der Website der Sozietät 
Hasche Eschenlohr Peltzer Riesenkampff Fischötte
r
(Bilder und Webdesign (c) 1999 Oliver Weiss)
Das Projekt

Im Sommer ging die von mir realisierte Website der überörtlichen Sozietät Hasche Eschenlohr Peltzer Riesenkampff Fischötter (seit Juli 1999: CMS Hasche Sigle Eschenlohr Peltzer), eine der fünf großen wirtschaftsberatenden Anwaltssozietäten mit Standorten in Deutschland und in Brüssel, online, die wir Ihnen hier exemplarisch vorstellen möchten.

 

Informationen zur Sozietät mit Downloadmöglichkeit der Kanzleibroschüre im PDF-Format.

Realisiert werden sollte eine Website, deren Umfang, Qualität und "Overall Design" dem Stellenwert der Sozietät entspricht. Neben einem ansprechenden Design und informativem Inhalt werden einige Features angeboten, die über das übliche Maß einer "unschädlichen" Kanzlei-Website hinausgehen:

  • Zum einen wurde ein Design entwickelt, das "schön" und professionell wirkt und eine intuitiv positive Anmutung vermittelt; Randbedingungen der Corporate Identity wie die Schrift Garamond wurden dabei berücksichtigt. (Die Realisierung des Designs mit Layout-, Bildverabeitungs- und HTML-Werkzeugen war übrigens durch die knifflige Struktur, die eben etwas anders sein wollte als andere, eine Heidenarbeit – und die Adaptierung an die verschiedenen Plattformen und Browser unter verschiedenen Bedingungen tat ein übriges)
  • Ausgewählte Dokumente werden im PDF-Format zum Download angeboten, beispielsweise die aktuelle Kanzleibroschüre.
  • Der regelmäßig erscheinende "Newsletter Brüssel", der auf der Website im HTML- und PDF-Format zum Download angeboten wird, kann auch per Knopfdruck abonniert werden.
  • Alle Anwälte der Sozietät werden mit einer Datenbank verwaltet. Zwar konnte sich die Sozietät zunächst noch nicht zu Fotos der einzelnen Anwälte durchringen; dafür wurde aber eine relativ intelligente Suchmaschine entwickelt, mit der die Anwälte nach verschiedenen Kriterien durchsucht werden können; auch die Anzeige der Anwälte pro Standorte wird über die Datenbank dynamisch generiert.

Links sehen Sie die Navigationsleiste der Website; folgende Informationen werden angeboten:

SOZIETÄT: Allgemeine Informationen über die Sozietät (Geschichte, Mandanten, Kanzleibroschüre)

STANDORTE: Ausführliche Informationen zu den einzelnen Standorten, mit jeweils einer Seite zur Geschichte, zu den Anwälten pro Standort (dynamisch aus der Datenbank generiert) sowie zur Anfahrtsbeschreibung mit ausdruckbarem Stadtplanausschnitt.

ANWÄLTE: Auflistung aller Anwälte der Sozietät, alphabetisch sortiert (aus der Datenbank).

SUCHE: Suchformular, um nach Anwälten zu recherchieren; man kann nach Name, Standort, Tätigkeitsgebiet und Arbeitssprache suchen, und auch nach beliebigen Kombinationen davon.

NEWSLETTER BRÜSSEL: Der regelmäßig erscheinende Newsletter aus dem Brüsseler Büro wird hier sowohl im HTML-Format als auch als PDF-Datei zum Download angeboten. Darüber hinaus ist eine Abonnierung des Newsletters durch Eingabe der E-Mail-Adresse auf Knopfdruck möglich – von diesem Formular aus kann das Abo auch wieder storniert werden.

LINKS: Ausgewählte Querverweise auf interessante Websites.

FEEDBACK: Feedback-Formular

 

Hier wird der Standort München näher beschrieben. Von dieser Seite kommt man auf eine Seite mit allen Anwälten des Münchner Standorts (dynamisch aus der Datenbank generiert) sowie einer Anfahrskizze und einem vergrößerbaren Stadtplan.

 

Dynamisch statt statisch

Um die Website inhaltlich möglichst robust und den Aufwand der Pflege bei der Aktualisierung der kommenden und gehenden Anwälte möglichst niedrig zu halten, werden alle Anwälte in einer Datenbank verwaltet, die auf dem Serverrechner installiert ist (die Kanzlei verwaltet die Site übrigens auf ihrem eigenen Server, verläßt sich also nicht auf die Dienstleistungen eines externen Providers) und bei Zugriff durch eine eigens programmierte Suchmaschine aktiviert wird und dynamische HTML-Seiten ausgibt.

Änderungen bei den Anwälten werden nur ein einziges Mal in der Access-
Datenbank vorgenommen.

"Dynamische" Seiten sind im Unterschied zu "statischen" Seiten sogenannte "Templates", also Mustervorlagen, die aus einem immer gleichbleibenden Teil und einem variablen Teil bestehen, dessen Inhalt aus der Datenbank gezogen wird und so dargestellt wird, wie es die Template vorschreibt (Layout, Ausrichtung, Formatierung usw.).

Der Vorteil einer Datenbank liegt auf der Hand: Änderungen bei den Anwälten werden nur ein einziges Mal direkt in der Access-Datenbank vorgenommen – und die entsprechend generierten HTML-Seiten ziehen dann die jeweils neue Information heraus. Der relativ hohe Aufwand der Entwicklung einer solchen Geschichte amortisiert sich gerade bei einem größeren Unternehmen schnell.

Vergrößerung:

Mit dem Suchformular können die Anwälte der Sozietät nach verschiedene Kriterien wie Name, Standort, Tätigkeit oder Sprachkenntnis – oder Kombinationen hiervon – recherchiert werden. Die Anzeige der Ergebnisseite erfolgt durch Zugriff auf die Datenbank im Hintergrund.

In der obigen Abbildung sieht man die Suchmaske: recherchiert werden kann nach dem Namen des Anwalts (per Eingabeformular, auch Namensteile werden zugelassen), nach seinem Standort (Drop-Down-Menü), nach Tätigkeitsgebieten (Eingabeformular und Drop-Down-Menü) sowie nach diversen Sprachkenntnissen (Drop-Down-Menü). Alle Suchfelder können übrigens auch miteinander kombiniert werden. So kann man also z.B. nach einem Anwalt suchen, der "Meier, Mayer, Meyer, Mayr oder Mair oder so heißt" (kann im Suchformular angegeben werden als "m*r" – dabei würden aber auch die Herrschaften Müller, Mitterhammer und Murr gefunden), in München sitzt, Arbeitsrecht macht und französisch spricht.

Soweit, so schlecht. Denn man kann sich vorstellen, daß gerade bei etwas ausgefeilteren Suchabfragen als Ergebnis angezeigt wird: "Leider keinen Eintrag gefunden; bitte versuchen Sie es mit einer weniger spezifischen Suche." Hmmm, nicht besonders vielversprechend – spätestens nach der dritten oder vierten Abfrage wird der Suchende natürlich müde und gibt auf.

 

Die "intelligente" Datenbank
Die Anbindung der Anwalts-
Suchmaschine wurde mit Microsofts "Active Server Pages" programmiert
.

Wir wollten daher etwas Intelligenz in die Geschichte einbauen. Wer hat schon mal was von Expertensystemen gehört? Von künstlicher Intelligenz? – Aber halt, so weit gingen wir nicht. Alles was wir wollten war eine Suchmaschine, die gerade bei erfolglosen Abfragen ein klein wenig auf die Sprünge hilft, indem sie auf weiterführende Suchabfragen verweist.

Wird also ein holländisch sprechender Anwalt in Frankfurt gesucht und keiner gefunden, wird zusätzlich zu "leider nichts gefunden" sinngemäß der Satz hinzugefügt: "Aber wir haben da einen in Brüssel, der holländisch kann. Klicken Sie mal auf diesen Link hier, dann wird Ihnen dieses Suchergebnis angezeigt!"

Sowas ähnlichen bauten wir auch für die Suche nach Tätigkeitsgebieten ein: Bei der Eingabe von "aktie*" im Eingabeformular oder der Auswahl von "Aktienrecht" im Drop-Down-Menü wird die Datenbank nicht nur nach "Aktienrecht" durchsucht, sondern auch nach Gebieten, die entweder synonym oder homonym zu Aktienrecht sind, also irgendwie in derselben Richtung liegen. Angezeigt wird, wie in der obigen Abbildung gezeigt, die Meldung "Gesucht wird auch nach Gesellschaftsrecht, Konzernrecht, Recht der Unternehmenskooperation, Wirtschaftsrecht". Nicht schlecht, oder?

Realisiert wurde diese Suchmaschine, da die Website auf einem Windows-NT-Server laufen sollte, mit einer Microsoft-Access-Datenbank, die in mehreren Tabellen alle Anwaltsdaten und die Tätigkeitsgebiete mit ihren Synonym- und Homonym-Entsprechungen verwaltet. Die Anbindung der Suchmaschine wurde mit Microsofts "Active Server Pages (ASP)" programmiert, einer Skiptsprache, die genauso wie HTML zeilenweise abgearbeitet wird. Die eingegebene Suchabfrage wird dabei den entsprechenden Inhalten der Datenbank zugeordnet und in Form von speziell auf die Abfrage zugeschnittenen HTML-Seiten anzeigt.

Hier wird der "Newsletter Brüssel" in Form von HTML-Seiten angeboten; er kann auch im PDF-Format ("Portable Document Format" geladen und mit dem Adobe Acrobat Reader gelesen werden. Ungeduldige können den Newsletter auch abonnieren, indem sie ihre E-Mail-Adresse in das Formular eintragen und auf "Abonnieren" klicken. Der neueste Newsletter wird ihnen dann mit Erscheinen per Mail übersandt.
Newsletter abonnieren

Als weiteres Gadget bieten wir auf der Hasche-Website die Möglichkeit, den regelmäßig erscheinenden "Newsletter Brüssel" zu abonnieren. Das ist für jene gedacht, die keine Lust haben, dauernd im Internet zu surfen und verschiedene Websites auf der Suche nach Information abzuklappern (für die bieten wir die Newsletters in HTML und als PDF-Dateien zum Download an).

Abonniert werden kann ganz einfach per Knopfdruck, indem man seine E-Mail-Adresse im entsprechenden Formular angibt und auf den Button "Abonnieren" klickt. – Abbestellt werden kann übrigens auf dieselbe Weise. Bei einer neuen Ausgabe des Newsletters erhält man dann die gesamte Textdatei per E-Mail.

Ursprünglich war eine klassisch "unschädliche" Website geplant.

Die Abonnierung des Newsletters wie auch die Weiterleitung des Feedback-Formulars wurden durch Ankoppelung an Microsofts Frontpage Server Extensions realisiert (wir verwendeten Frontpage für die Implementierung der Website), die dafür auf dem Serverrechner installiert werden mußten.

Ein Schlußwort: Die Website so wie sie jetzt ist (und sie wird gerade von Dritten weiterentwickelt) war nicht von Anfang an genauso geplant. Im Gegenteil: ursprünglich war eine klassisch "unschädliche" Website im Gespräch, die nichts weiter als die dünne Kanzleibroschüre eins-zu-eins abbildet. Die Idee einer Datenbank und eines "Blow-away"-Designs kam erst nach und nach. Auch die weiteren Angebote wie etwa der Newsletter Brüssel oder die aufwendigen Anfahrtsbeschreibungen waren ursprünglich so nicht geplant gewesen. 

Aber das ist halt wie im richtigen Leben: Erst wenn man sieht worum es eigentlich geht um die Dimension verstanden hat, sieht man, was man eigentlich alles machen könnte. Die aktuellen Vorstellungen und Pläne adaptieren sich also mit dem zuletzt Realisierten. 

Man muß dabei natürlich aufpassen, daß man sich vor lauter Ideen den Blick auf die Veröffentlichung der Website "in Echtzeit" nicht verstellt. Natürlich, die Website sollte zum Zeitpunkt der ersten Online-Stellung möglichst gut sein. Aber sie sollte sich eben auch weiterentwickeln. Darum geht es schließlich: um Information, Gestaltung, Dynamik und Aktualität. [1999]

(c) 1989–2008 Oliver Weiss Design Up! 
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